Heute wird es akademisch. Aber keine Sorge, die hier präsentierten Ergebnisse einer Studie der Universität Hohenheim, genauer der Forschungsstelle Medienwirtschaft und Kommunikationsforschung, liefern spannende Ergebnisse.

Im Auftrag des Deutschen Fachjournalisten-Verbands (DFJV) untersuchte der Kommunikationswissenschaftler Prof. Michael Schenk die Arbeit und das Selbstverständnis von Themenbloggern. Mehr als 500 deutsche Blogger nahmen an der Studie „Blogger 2014“ teil.

Um über den eigenen Tellerrand zu blicken und von erfahrenen Bloggern zu lernen, sind die Ergebnisse gut geeignet. Außerdem sind die Fachblogger neben Journalisten der klassischen Medien perfekte Multiplikatoren. Und damit sind wir schon bei den ersten Ergebnissen:

Durchschnittlich hat ein Blog 1.000 Leser pro Monat. Die tatsächliche Zahl der Visits variiert allerdings sehr stark: zwischen fünf Besuchern und zwei Millionen (!) Lesern. Zu den Themenschwerpunkten gehören: Kultur und Medien (40,2 Prozent), Technik / Computer / Internet (33 Prozent), Ernährung und Genuss (21,3 Prozent) sowie Reisen und Tourismus (18,9 Prozent).

 

Wie verbreiten Themenblogger ihr Content-Angebot?

Nahezu alle Blogger machen auf ihr Angebot aufmerksam.

 

Die von ihnen meist genutzten Verbreitungskanäle sind soziale Netzwerke. 75 Prozent nutzen außerdem Twitter und spezielle Blogverzeichnisse, um eigenen Content zu streuen und auf auf das eigene (Themen-)Angebot hinzuweisen.

 

Selbstverständnis: Komplexe Sachverhalte erklären und als Ratgeber neutral informieren

 

Die Hauptmotive der Blogger, regelmäßig über diese Themen zu berichten, sind – laut der Studie – komplexe Sachverhalte verständlich zu erklären und zu vermitteln sowie die Leser präzise und neutral zu informieren. Sie wollen neue Trends aufzeigen und als Ratgeber agieren. Dadurch möchten sie Diskussionen initiieren, die die fachliche Auseinandersetzung bereichern.

Dabei stellen die Themenblogger hohe Anforderungen an ihre Arbeit. Denn die journalistische Qualität, die auf den Merkmalen Objektivität, Relevanz, korrekte und nachvollziehbare Fakten sowie Aktualität basiert, hat demnach einen höheren Stellenwert als die Beziehung zu den eigenen Lesern.

 

30 Prozent der Blogger posten neue Inhalte mehrmals wöchentlich

 

Hauptrecherchequellen sind dabei nicht die klassischen Massenmedien wie Tageszeitungen, Fernsehen und Radio, sondern das Internet und hier insbesondere andere Blogs. Die meiste Zeit verwenden die Themenblogger für das Erstellen neuer Inhalte (46 Prozent) und die Recherchen (28 Prozent).

Wie oft aktualisieren Themenblogger ihr Angebot?

Interessant ist hier auch die Blogfrequenz:

Die meisten Themenblogger posten mehrmals in der Woche neue Beiträge (30,3 Prozent). Etwa einmal in der Woche veröffentlichen 18,4 Prozent der Blogger, einmal am Tag noch acht, mehrmals täglich 5,2 Prozent der Befragten.

 

Fazit von Kommunikationswissenschaftler Prof. Michael Schenk: „Themenblogger verstehen ihre Angebote als eine neue, andere Art von Journalismus.“

Was Ihr tun solltet: Lernt von den Ergebnissen und nutzt sie für Eure Medienarbeit. Unterschätzt gut geführte und redaktionell hochwertige Blogs in Euren Fachgebieten nicht. Versucht mit den Bloggern in Kontakt zu treten, diskutiert mit, liefert relevante Informationen und sorgt so für eine Steigerung Eurer fachlichen Reputation.

Ausführliche Informationen zur Studie „Blogger 2014“ bietet die Website des Fachjournalistenverbands, auf der ein kostenfreies PDF mit den Ergebnissen zum kostenlosen Download zur Verfügung steht.

(Beitragsbildquellen: Piotr Krzeslak / Shutterstock, Universität Hohenheim)

Studie: „Blogger sehen ihr Themenangebot als neue Art des Journalismus.“

von: Marc Ostermann Lesezeit: 2 min
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