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Warum 95 Prozent der KI-Zitate nicht von Ihrer Website kommen — und wo B2B-Sichtbarkeit jetzt entsteht

SEO & GEO

Ihre nächsten Kunden fragen die KI, bevor sie Sie fragen. Dafür tippen diese eine Kategoriefrage in ChatGPT oder Perplexity, bekommen drei, vier Namen genannt und arbeiten sich an dieser kurzen Liste ab. Fehlt Ihre Marke dort, sind Sie aus der Auswahl, bevor das erste Gespräch beginnt. Der naheliegende Reflex lautet: die eigene Website aufhübschen, damit die KI sie endlich findet.

Der Reflex trifft den falschen Hebel. Die Quellen, aus denen die Modelle ihre Antworten zusammensetzen, liegen zum überwiegenden Teil außerhalb Ihrer eigenen Domain. Eine deutsche B2B-Studie hat das erstmals in Zahlen gefasst, und die Zahl ist unbequem genug, um die Budgetfrage neu zu stellen. Dieser Beitrag zeigt, was die Daten über die Quellen von KI-Antworten sagen, warum Ihre Website davon nur einen kleinen Teil ausmacht und wo KI-Sichtbarkeit für B2B-Unternehmen stattdessen entsteht.

Fünf Prozent. So viel steuert Ihre Website zur KI-Antwort bei

Die Agentur morefire hat mit ihrem eigenen Messtool ucited.ai 62 deutsche B2B-Industrieunternehmen durchleuchtet. Zehn neutrale Kategoriefragen je Unternehmen, vier Modelle, ChatGPT, Gemini, Perplexity und Copilot, fünf Wiederholungen pro Frage. Heraus kamen 12.250 Antworten und 118.099 Zitierungen.

Von diesen 118.099 Zitierungen führten nur 5.955 auf die eigene Unternehmenswebsite. Das sind 5,0 Prozent. Die übrigen 95 Prozent verweisen auf externe Quellen.

Wir haben nachgerechnet, wie bei jeder Zahl, die wir übernehmen: 5.955 von 118.099 sind 5,04 Prozent. Die Zahl hält.

Eine Einschränkung gehört sofort dazu. Die Studie misst 62 Industrieunternehmen, keine ganze Volkswirtschaft. Das schränkt zwar die Reichweite der Aussage ein und gehört in jede seriöse Wiedergabe der Zahl. Aber trotzdem belegt sie einen Trend.

Balkendiagramm zu Quellen von KI-Antworten im B2B. 95 Prozent der Zitierungen führen auf fremde Autoritätsquellen, 5 Prozent auf die eigene Website.
95 Prozent der KI-Zitate kommen von fremden Quellen, 5 Prozent von der eigenen Website. Quelle: morefire/ucited.ai.

Welche Quellen die KI stattdessen zitiert

Wenn 95 Prozent der Zitate woanders liegen, lohnt der Blick, wo genau. Die Modelle bauen ihre B2B-Antworten aus strukturierten Drittquellen. Schon die zehn meistzitierten Domains stehen für 18,8 Prozent aller Zitierungen, und ihre Namen zeigen das Muster:

Das ist die Landkarte, auf der KI-Sichtbarkeit entsteht. Ihre Website taucht auf ihr als kleiner Punkt auf. Der Verkehr läuft jedoch über die großen Knoten.

Warum KI-Sichtbarkeit eine Earned-Media-Aufgabe ist

Rechnen wir es zusammen. Wer allein an der eigenen Seite feilt, poliert fünf Prozent des Feldes auf Hochglanz und lässt die anderen 95 vor sich hingammeln. Genau diese fünf Prozent verkauft der Markt gerade als die große Lösung.

GEO-Optimierung, auch als Answer Engine Optimization etikettiert, ist im Kern der übliche Feinschliff mit Schema-Markup und FAQ-Blöcken. Nützliche Handgriffe, keine Frage. Nur ziehen sie am kürzeren Hebel.

Der große Hebel liegt auf den zitierten Quellen. Präsenz in Fachmedien, eigene Beiträge auf den Plattformen, die die Modelle heranziehen, Sichtbarkeit in den Verzeichnissen und Bewertungen Ihrer Kategorie. Das ist Earned Media, klassische PR-Arbeit, übersetzt in die Mechanik der KI-Antwort. Wer schon einmal erlebt hat, wie eine KI ein B2B-Angebot falsch erklärt, kennt die andere Seite derselben Medaille: Die Modelle ziehen ihr Bild von Ihnen aus dem, was andere über Sie schreiben.

Zur Redlichkeit gehört die Gegenstimme. Expertinnen wie Lily Ray warnen, dass eine zu aggressive GEO-Ausrichtung dem klassischen SEO schaden kann, andere sprechen von einer überfälligen Abrechnung mit dem GEO-Hype. Der Einwand trifft die Anbieter, die GEO als kaufbare Abkürzung verkaufen, und stützt den hier gezogenen Schluss. Der Hebel liegt in der Arbeit an der Substanz auf zitierten Quellen.

Einordnung: Was die Zahlen zeigen und was nicht

Eine einzelne Studie ist ein schwaches Fundament, deshalb die Gegenprobe. Zuerst die ehrlichen Grenzen des morefire-Befunds. Der Erhebungszeitraum steht in der Studie nicht, die Zahl taugt also nicht als tagesaktueller Messwert. Die Modelle verhalten sich zudem unterschiedlich. Gemini löste in der Messung keine Live-Websuche aus, seine Zitate sind entsprechend zu lesen. Über einen Kamm scheren lässt sich hier nichts.

Jetzt der Seitenblick über die eine Studie hinaus. Mehrere unabhängige Auswertungen aus 2026 zeigen dieselbe Richtung. Sechs Forschungsteams kommen übereinstimmend auf 82 bis 95 Prozent der KI-Zitate aus Drittquellen, markeneigene Inhalte stellen nur fünf bis zehn Prozent. Andere Methode, anderer Markt, andere absolute Zahl. Robust ist die Richtung: Die eigene Website ist überall der kleinere Teil.

Was Sie jetzt konkret tun können

Aus der Zahl folgt kein Fatalismus, sondern eine Reihenfolge. Vier Schritte, mit denen ein B2B-Unternehmen den richtigen Hebel greift:

  1. Prüfen Sie Ihre Kategorie in der KI. Stellen Sie die Fragen, die Ihre Kunden stellen, und lesen Sie mit, welche Quellen die Antwort zitiert. Diese Liste ist Ihre Landkarte.
  2. Gehen Sie dorthin, wo zitiert wird. Fachmedien, Fachbeiträge, Verzeichnisse und Bewertungsportale Ihrer Branche. Dort entsteht die Nennung, die später in der KI-Antwort landet.
  3. Richten Sie Ihre Earned-Media-Arbeit gezielt aus. Auf die Autoritätsdomains, die in Ihrer Kategorie tatsächlich zitiert werden, statt auf Reichweite ins Blaue. Wir prüfen für Kunden, welche Domains das sind, und arbeiten die Präsenz dort auf.
  4. Behandeln Sie die eigene Website als Fundament. Sie muss sauber, belegt und für Maschinen lesbar sein. Ihre Reichweite in KI-Antworten holt sie allein nicht.

Wie verlässlich sich die eigene KI-Sichtbarkeit überhaupt messen lässt, ist ein Thema für sich. Wir haben es am eigenen Bestand durchgerechnet und die Fallstricke offengelegt.

Die eigentliche Nachricht: Budget wandert von Owned zu Earned

Diese fünf Prozent sind eine Budget-Ansage. Wer KI-Sichtbarkeit will, verschiebt Aufmerksamkeit und Geld von der eigenen Website zu den Quellen, die die KI zitiert. Das ist Earned Media, also PR-Arbeit.

Meine Empfehlung: Behandeln Sie KI-Sichtbarkeit als PR-Aufgabe. Der weit größte Teil der Zitate entsteht auf fremden Autoritätsquellen, also arbeiten Sie dort. Wer nur die eigene Seite poliert, bearbeitet fünf Prozent des Feldes und wundert sich über die anderen 95. Und wer Ihnen eine kaufbare Abkürzung in die KI-Antwort verspricht, verwechselt den kleinen Hebel mit dem großen.

Wer in KI-Antworten vorkommen will, muss dort arbeiten, wo die Modelle hinschauen. Und das ist zu fünfundneunzig Prozent die Arbeit fremder Redaktionen, Portale und Communities über Ihre Kategorie.

Die 95-Prozent-Zahl ist auch ein Fall für die größere Frage, wie B2B-Unternehmen ihre KI-Sichtbarkeit überhaupt herstellen und prüfen. Diese Einordnung liefert der Themenüberblick KI-Sichtbarkeit.

Quellen: morefire/ucited.ai, KI-Sichtbarkeit B2B-Studie · AirOps, The Influence of Offsite Signals in AI Search · MuckRack, 25-Mio-Zitate-Analyse · Lily Ray, Your GEO Strategy Might Be Destroying Your SEO · marketing-boerse, GEO ist nicht das neue SEO

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