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Custom GPT migrieren: Warum „Keine Probleme gefunden“ keine Entwarnung ist

Content Pipelines

„Keine Probleme gefunden“, meldete ChatGPT gleich zweimal, als ich am 29. Oktober eines meiner alten Custom GPTs zum Plugin migrieren wollte: für „Anweisungen und Dateien“ und für „Apps und Aktionen“. Der Dialog warnte zwar: „Nach der Migration kann der ursprüngliche GPT nicht mehr bearbeitet werden.“ Eine Sicherung verlangte er nicht. Ich habe geklickt. Danach ließ sich die Konfiguration des alten GPT nicht mehr öffnen, und die Wissensdateien fand ich im neuen Plugin nicht. Ob sie angekommen sind, kann ich bis heute nicht belegen.

Wer sein Custom GPT als Plugin weiter nutzen will, steht vor demselben Klick. Ihr Custom GPT wird eingestellt, die reguläre Stilllegung ist für den 11. Dezember 2026 geplant. Wer im GPT Tonalität, Beispiele, Prüflisten oder Fachtexte abgelegt hat, sollte die Meldung „Keine Probleme gefunden“ nicht als Entwarnung lesen. Ob das Plugin danach weiß, was das GPT wusste, steht darin nicht, und uns fehlte nach dem Klick die Grundlage, um es zu prüfen. Dieser Beitrag zeigt, welche Termine gelten, was die Migration laut OpenAI mitnimmt, woran unsere eigene Prüfung scheiterte und worauf Sie vor und nach dem Klick konkret achten müssen, damit Ihnen das nicht passiert.

Custom GPT wird eingestellt: Diese Termine gelten jetzt

Die Umstellung betrifft laut OpenAI-Hilfe alle ChatGPT-Tarife (Stand 1. November 2026). Für Ihre Planung zählen drei Daten:

Bestehende GPTs bleiben bis zur Stilllegung nutzbar. Ihre bisherigen Unterhaltungen mit Custom GPTs bleiben laut OpenAI auch danach zugänglich. Den Knopf „Zu Plugin migrieren“ bekommt allerdings nicht jedes Konto zur selben Zeit.

In meinem Konto klingt der Termin härter als in der Hilfe. Über der Liste meiner GPTs stand am 29. Oktober: „Nicht migrierte GPTs sind nach dem 11. Dezember nicht mehr verfügbar.“ Die deutsche Hilfeseite schreibt dagegen, die reguläre Stilllegung sei für den 11. Dezember 2026 „geplant“. Für die Planung verweist OpenAI in der FAQ auf den Hinweis im jeweiligen Konto oder Workspace, auch wenn er einen abweichenden Zeitplan nennt. Planen Sie also mit dem Datum, das Ihr Konto zeigt. Wer auf eine Verschiebung hofft, findet in der Hilfe nur den Aufschub für die beiden Sonderfälle.

Was in einem Custom GPT steckt und was die Migration daraus macht

Ein GPT besteht aus Bausteinen zweier Sorten. Einen Teil haben Sie selbst geschrieben oder hochgeladen: Anweisungen, Wissensdateien, Gesprächseinstiege, Name und Beschreibung. Den anderen stellt OpenAI bereit, also das Modell und Funktionen wie Websuche oder Canvas. Apps und Aktionen sind ein Mischfall: Eine Aktion definieren Sie selbst, sie verbindet das GPT aber mit einem fremden Dienst. Als Datei mitnehmen können Sie, was Sie geschrieben, hochgeladen oder definiert haben. Modell und Funktionen bleiben beim Anbieter.

Neben jeden Baustein legt die Tabelle, was die Migrations-FAQ von OpenAI dazu sagt, was in unserem Test sichtbar war und ob sich eine eigene Kopie lohnt.

BausteinMigration laut OpenAIIn unserem TestEigene Kopie
Anweisungenwerden zum Skill im Pluginals Skill angekommen, alte Fassung danach nicht mehr einsehbarunverzichtbar, als Textdatei
Wissensdateienwerden in die Referenzdateien des Plugins kopiertim Plugin nicht auffindbarunverzichtbar, die Originale
Gesprächseinstiegekeine Angabeals Aufrufe mit „@“ übernommenja, als Liste
Name und Beschreibungkeine Angabeübernommenzwei Zeilen genügen
Appswerden als Apps übernommennicht geprüftListe der verbundenen Apps
Aktionenwerden nicht übertragennicht geprüftBeschreibung der Schnittstelle
Empfohlenes Modellwird nicht übernommenModell wählt man im EingabefeldNotiz genügt
Funktionen wie Websuche, Canvas, Code Interpreterkeine Angabeim Plugin nicht sichtbarNotiz, welche aktiv waren
Entwürfewerden nicht übertragen, es zählt die zuletzt veröffentlichte Versionentfälltvorher veröffentlichen
Bausteine eines Custom GPT und ihr Weg ins Plugin. Quellen: OpenAI-Hilfe, Stand 1. November 2026, und eigener Test an einem GPT am 29. Oktober 2026.

OpenAI trennt schon beim Bau eines GPT zwischen Regeln und Material: Wissen sei für Referenzmaterial gedacht, Regeln, Ton und Arbeitsabläufe gehörten in die Anweisungen. Wer sich daran gehalten hat, findet seine Regeln in den Anweisungen und sein Fachmaterial in den Wissensdateien. In unserem Test ließ sich nach dem Klick keins von beiden mehr nachlesen.

Was in unserem Test ankam und was sich danach nicht mehr prüfen ließ

Migriert habe ich einen Content-Assistenten namens „Marc“, eines von vier alten GPTs in meinem Konto. Die Migration selbst lief glatt. ChatGPT meldete „Dein Plugin wurde erfolgreich migriert“ und schob im selben Hinweis nach: „Überprüfe und teste dein migriertes Plugin“. Name, Beschreibung, Anweisungen und die drei Gesprächseinstiege kamen an. Eine Testfrage beantwortete das Plugin nach meinem Eindruck wie früher das GPT.

Fünf Bildschirmfotos vom 29. Oktober 2026: GPT-Konfiguration mit Anweisungen nur als Ausschnitt, Migrationsdialog mit zweimal „Keine Probleme gefunden“, Erfolgsmeldung, GPT-Seite mit Nutzungshinweis bis 11. Dezember, Plugin-Aufruf per „@Marc“.
Ausschnitte aus dem Migrationstest im eigenen ChatGPT-Konto, aufgenommen am 29. Oktober 2026. Markierungen: PR DESK.

Geprüft war damit wenig. Für eine echte Prüfung fehlten mir drei Dinge, und alle drei hätte ich vor dem Klick in der Hand haben können:

Das Muster kennt jeder, der einmal umgezogen ist: Wer keine Liste seiner Kisten macht, kann in der neuen Wohnung nicht sagen, ob eine fehlt. Bei der Migration ist diese Liste die eigene Kopie. Meine Testfrage zeigte also nur, dass das Plugin auf diese eine Frage nach meinem Eindruck antwortete wie früher das GPT. Ob es noch weiß, was in den Dateien stand, prüft so eine Frage nicht. Unser GPT war veraltet, für unsere Arbeit bleibt die Lücke folgenlos. Bei einem GPT, mit dem ein Team täglich arbeitet, stünde an dieser Stelle die Frage, ob seine Fachtexte noch mitreden.

Andere Nutzer berichten von Problemen mit denselben Bausteinen, den Wissensdateien und den Anweisungen. Im Entwicklerforum von OpenAI schrieb am 23. September ein Nutzer, gebündelte Referenzdateien würden bislang nicht so geladen wie im Custom GPT. Ein zweiter schrieb am selben Tag, Anweisungen und Wissensdateien würden offenbar komplett ignoriert. Ein dritter beobachtete am 28. September Fälle, in denen Referenzmaterial ungenutzt blieb, obwohl der Skill es verlangte. Zwei der drei hatten ihr Plugin nach der Migration selbst umgebaut. Das Fachmedium Virtualization Review sammelte am 30. September weitere Berichte, darunter den eines Nutzers, dessen Migration ohne Problemmeldung durchlief und der beim Testen trotzdem feststellte, dass das Plugin eine bestehende Anweisung uneinheitlich befolgte.

Meine Einschätzung: „Keine Probleme gefunden“ hat mich beruhigt, und genau das war der Fehler. Ob eine Migration gelungen ist, kann ich nur gegen eine Kopie prüfen, die ich vorher selbst angelegt habe.

Vor dem Klick: Darauf müssen Sie achten

Punkt 1 gilt der Meldung, die mich in Sicherheit gewiegt hat. Die Punkte 2 bis 4 schließen die drei Lücken aus unserem Test. Die Punkte 5 und 6 sichern den Rest ab, darunter Modell, Aktionen und Entwürfe, die laut OpenAI nicht mitkommen. Was Sie für die Punkte 2, 5 und 6 brauchen, finden Sie im GPT-Editor unter „Meine GPTs“.

  1. Lesen Sie „Keine Probleme gefunden“ als Startsignal. Die Meldung erscheint vor dem Klick, also bevor irgendetwas übertragen ist. Über das Ergebnis kann sie nichts sagen. Selbst die Erfolgsmeldung danach forderte in unserem Test dazu auf, das Plugin zu überprüfen und zu testen.
  2. Kopieren Sie die Anweisungen, solange das GPT offen ist. Übernehmen Sie den vollständigen Text aus dem Reiter „Konfigurieren“ in eine Datei mit Datum im Namen. Ein Bildschirmfoto genügt nicht, unseres zeigte nur einen Ausschnitt. Nach der Migration lässt sich das Original laut OpenAI nicht mehr bearbeiten, in unserem Test nicht einmal mehr öffnen. Diese Datei bleibt Ihr Maßstab, auch nach dem 11. Dezember.
  3. Legen Sie die Wissensdateien als Originale in einen eigenen Ordner. Prüfen Sie, ob sie noch in Ihrer Ablage liegen. Existiert eine Datei nur noch im GPT, klären Sie vor dem Klick, wie Sie wieder an sie kommen.
  4. Schreiben Sie drei Fragen auf, die nur Ihre Wissensdateien beantworten können. Notieren Sie zu jeder die erwartete Antwort und die Stelle in der Datei, aus der sie stammt. Genau dieser Test hat uns gefehlt. OpenAI empfiehlt außerdem, einige vertraute Prompts für den Vergleich aufzuheben und mindestens einen schwierigeren Fall zu testen. Speichern Sie dazu gleich die Antworten Ihres GPT.
  5. Halten Sie den Rest als Notiz fest: Name, Beschreibung, Gesprächseinstiege (im Editor heißen sie „Gesprächsaufhänger“), das empfohlene Modell, die aktiven Funktionen und die verbundenen Apps. Nutzt Ihr GPT Aktionen, gehört die Beschreibung der Schnittstelle dazu, denn Aktionen überträgt die Migration nicht. OpenAI rät, dafür zusätzliche Zeit einzuplanen.
  6. Veröffentlichen Sie letzte Änderungen. Die Migration übernimmt die zuletzt veröffentlichte Version, Entwürfe kommen nicht mit. Öffentlich teilen müssen Sie das GPT dafür nicht.
Die sechs Punkte vor dem Klick auf „Zum Plugin migrieren“. Eigene Darstellung PR DESK, Stand 1. November 2026.

Nach dem Klick: So prüfen Sie, ob Ihre Dateien angekommen sind

Stellen Sie zuerst die drei Fragen zu Ihren Wissensdateien und halten Sie jede Antwort gegen die notierte Fundstelle. Bleibt eine Antwort allgemein oder widerspricht sie Ihrer Datei, haben Sie den Befund, den wir nicht mehr erheben konnten. Und Sie haben ihn, bevor Ihr Team mit dem Plugin arbeitet.

Wer schon ohne Kopie migriert hat, kann bis zum 11. Dezember wenigstens vergleichen. Das alte GPT bleibt laut OpenAI bis zur Stilllegung nutzbar. Stellen Sie beiden dieselbe Frage zu einem Fachthema aus Ihren Dateien. Weichen die Antworten deutlich voneinander ab, ist das ein Warnsignal. Einen Beleg, dass alles angekommen ist, liefert dieser Vergleich nicht.

OpenAI nennt in der FAQ vier Prüfpunkte: ob das Plugin den richtigen Skill wählt und Ihren Anweisungen folgt, ob es das erwartete Referenzmaterial nutzt, ob es vollständige Antworten im geforderten Format liefert und ob es die nötigen Werkzeuge und Integrationen hat. Die ersten drei prüfen Sie mit Ihren gespeicherten Fragen und Prompts. Verbundene Apps und nachgebaute Integrationen testen Sie laut OpenAI getrennt. Ein Nutzer im OpenAI-Forum berichtet, das Plugin habe deutlich besser gearbeitet, nachdem er es per „@“ aufgerufen und zusätzlich ausdrücklich angewiesen habe, dem Skill zu folgen.

Teilen Sie das Plugin erst nach diesen Tests. Es startet privat, und wer Ihr GPT bisher genutzt hat, bekommt laut OpenAI nicht automatisch Zugriff auf den Nachfolger.

Regeln als Textdatei überstehen den Werkzeugwechsel

Unsere eigenen Regeln für Stimme, Sprache, Ablauf und Prüfung liegen als Textdateien in Ordnern: neun Ordner mit je einer Datei, zusammen gut 25.000 Wörter, gezählt am 1. November 2026. Als wir die ganze Sammlung am 22. August 2026 in ein neues Verzeichnis mit Versionsverwaltung umgezogen haben, haben wir die Dateien kopiert und danach geprüft. Keine ging verloren. Beim alten GPT gab es dagegen keine solche Kopie. Warum wir Modelle und Werkzeuge mieten, Regeln und Fachwissen aber selbst halten, beschreibt der Beitrag Content-Produktion 2027: KI-Dienstleister, Suite oder Eigenbau?.

Das Original gehört in Ihren Ordner, das Werkzeug bekommt die Kopie

Mit der Migration endet die Arbeit an Ihren Regeln nicht. Künftige Änderungen nehmen Sie laut OpenAI am Plugin vor. Pflegen Sie Ihre Regeln nur dort, liegt die aktuelle Fassung beim nächsten Werkzeugwechsel wieder allein im Werkzeug, und Sie stehen vor derselben Lücke wie wir am 29. Oktober. Deshalb lohnt eine Regel für den Alltag: Ändern Sie eine Anweisung oder eine Wissensdatei zuerst in Ihrem Ordner und übertragen Sie die Änderung danach ins Plugin. Wer das ab heute so hält, macht aus jedem künftigen Stichtag einen Kopiervorgang.

Recherche und Erstentwurf stammen von einer KI. Menschen haben an zwei festen Gates geprüft und entschieden. Die Faktenvalidierung hat 108 Aussagen gegen ihre Quellen abgeglichen, den fertigen Text habe ich selbst freigegeben.

Quellen: OpenAI-Hilfe, „Custom GPT retirement and migration FAQ“, gelesen 01.11.2026 · OpenAI-Hilfe, „GPTs erstellen und bearbeiten“, gelesen 01.11.2026 · OpenAI-Hilfe, „Plugins in ChatGPT“, gelesen 01.11.2026 · OpenAI Developer Community, Thema „OpenAI’s Custom GPT -> plugin migration raises access concerns“, Beiträge vom 23. und 28.09.2026 · David Ramel, „Users Decry Problems in OpenAI-Mandated Custom GPT-to-Plugin Migration“, Virtualization Review, 30.09.2026 · Eigene Betriebsdaten PR DESK: Migrationstest eines GPT mit Protokoll und sechs Bildschirmfotos (29.10.2026), Zählung der Regel-Dateien (01.11.2026), Umzug der Regelsammlung (22.08.2026)

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