„Es geht mit KI nicht ohne das eigene Urteilsvermögen. Dieses Urteilsvermögen fußt auf der eigenen Schreibkompetenz.“ Diesen Schluss zieht Susanne Czernick aus der Vielzahl schlechter Texte, die mit KI entstanden sind und weiter entstehen. Susanne ist seit 2016 Direktorin der AFK Akademie Führung und Kommunikation und trainiert dort Kommunikationsprofis im Schreiben. Ich saß bei der AFK zuerst in allen Seminaren und später als Co-Trainer mit vorne.
Gesagt hat Susanne das in unserem Dialog über das Schreiben mit KI, den die AFK am 21. Oktober 2026 veröffentlicht hat. Ab dem 4. November leiten sie und ich gemeinsam das Training „KI und Text: Vom ersten Prompt zum High-End-Finish“. Dieser Beitrag zeigt, warum Susanne die eigene Schreibkompetenz für unerlässlich hält, wie die AFK ihre Schreibtrainings um KI erweitert und was Sie im Training erwartet.

Wer KI-Texte beurteilen will, muss selbst schreiben können
Gute Text- und Schreibkenntnisse bleiben für Susanne eine unerlässliche Kernkompetenz verantwortlicher Kommunikation, auch wenn der KI-Hype der letzten Jahre ihre Bedeutung überdeckt hat. Die AFK-Themenseite zum Schreiben mit KI wird konkreter: Wer mit KI arbeitet, soll erkennen, ob ein Text gut oder schlecht ist. Bestenfalls erkennt er auch, warum, und entscheidet, wer nachbessert: die KI mit präziser Vorgabe oder der Mensch. Die richtige Wahl beschleunigt, die falsche kostet Zeit.
Das kenne ich aus der Redaktion. Ein KI-Entwurf gleicht dem Text eines fleißigen Praktikanten mit beachtlichem Selbstbewusstsein: in Minuten geliefert, flüssig formuliert, im Ton überzeugt. Ob er stimmt, erkennt nur, wer das Handwerk selbst gelernt hat. Im Dialog habe ich die Grenze zwischen Instrument und Konkurrent so gezogen: „Für mich ist KI ein Instrument, weil ich beurteilen kann, was sie liefert. Wer das nicht kann, für den ist dieselbe KI ein Konkurrent.“
Meine eigene Rolle habe ich dort so beschrieben: vom Texter zum Schlussredakteur meines eigenen Systems. In unserer Content Pipeline übernimmt KI Recherche, Entwürfe und maschinelle Prüfschritte. Das letzte Wort habe ich, gestützt auf ein Handwerk, das ich lange vor ChatGPT gelernt habe. Susanne hat das System im Dialog so eingeordnet: „Du hast also deutlich mehr entwickelt als kleine Dobbys für Schreibarbeiten. Du hast ein komplettes System aufgesetzt, das dich bei der Content-Entwicklung für ganze Themenfelder unterstützt.“
Wie die AFK Schreibtraining und KI-Kompetenz verbindet
Die Schreibtrainings der AFK sind um KI-Kompetenz gewachsen. Susanne beschreibt im Dialog drei Bausteine:
- Trainingsschiene „KI und Text“: Die Teilnehmenden üben, KI-Tools zu steuern, von der Aufgabe über das Prompting bis zur Schlussredaktion. Dazu kommt der Bau kleiner KI-Agenten, die Prozesse vereinfachen.
- Textorial: Das Format konzentriert sich ganz auf Qualitätscheck, Nachjustieren der KI und Schlussredaktion.
- Journalistische Schreibtrainings: Sie bleiben im Programm, weil sie die Urteilskraft über die Leistung der KI ausbilden.
Welche Fähigkeiten dazu gehören, steht im Beitrag KI-Kompetenz aufbauen.
Meine Einschätzung: Ein Training, das nur Prompts lehrt, macht ein Team schneller im Produzieren von Mittelmaß. Tempo bringt die KI selbst mit. Lernen muss das Team, einen Entwurf so zu redigieren, dass es ihn unter eigenem Namen veröffentlichen kann.
Was das gemeinsame Training vermittelt
Das Training begleitet den gesamten Textprozess mit KI und zeigt, wo menschliches Können unverzichtbar ist. Es richtet sich an Menschen in Marketing und Kommunikation und an alle, die regelmäßig Texte schreiben. Auf dem Programm stehen etwa KI-Briefings mit Prompts, Kontext und Feedback-Schleifen, Brand Voice, das Schreiben für KI-Suchen (GEO), typische Schwächen der Modelle, Faktencheck und Redigiertechniken für die Schlussredaktion. Geübt wird an fremden Themen und eigenen Beispielen.
KI-Weiterbildung wie eine Konzeption planen
Zum Schluss erinnert Susanne an einen Appell aus den Konzeptionstrainings der AFK: „Die Strategie ist ein tragfähiges Lösungsprinzip. Die Taktik ist die operative Umsetzung dieses Prinzips. Das Controlling definiert dazu messbare Ergebnisse und steuert den Prozess.“ Wie das mit KI besser funktionieren kann, besprechen wir ein anderes Mal ausführlicher. Für die Weiterbildung gilt der Appell schon heute. Legen Sie zuerst fest, welches Urteil Ihr Team über KI-Texte fällen können muss. Danach wählen Sie Werkzeuge und Trainings. Messen Sie zuletzt an den freigegebenen Texten, ob sie besser werden.
Dieser Beitrag ist mit KI entstanden: Sie hat recherchiert und den ersten Entwurf geschrieben. An festen Gates wurden 38 Aussagen gegen ihre Quellen geprüft, über den fertigen Text habe ich entschieden.
Quellen: AFK Akademie Führung und Kommunikation, „KI droht, Texter stürzen sich massenweise von Brücken – Texttrainer auch!“, Dialog Susanne Czernick und Marc Ostermann, 21.10.2026 · AFK, „KI und Text: Vom ersten Prompt zum High-End-Finish“, Trainingsbeschreibung · AFK, „Kernkompetenz Schreiben mit KI“, Themenseite · AFK, Teamseite „Susanne Czernick“
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